Die Werte gelten für die verbreitete UZ801-Klasse. Einzelne Modelle weichen bei Speicher, SD-Slot oder Display ab — die SoC-Basis ist aber identisch.
| SoC | Qualcomm MSM8916 (Snapdragon 410) |
|---|---|
| CPU | 4× ARM Cortex-A53, 64-bit, bis ~1.2 GHz |
| GPU | Adreno 306 — keine offene Beschleunigung, OpenGL ES in Software (LLVMpipe) |
| RAM | 512 MB (nutzbar ~382–390 MB) |
| Storage | ~4 GB eMMC (Rootfs ~3.2–3.3 GB) |
| Erweiterung | microSD-Slot bei manchen Modellen; USB-Host/OTG per Role-Switch möglich |
| Mobilfunk | LTE Cat-4-Modem integriert, SIM-Slot (Bandlage je nach Region prüfen) |
|---|---|
| WLAN | 802.11 b/g/n, nur 2.4 GHz (kein ac) |
| Bluetooth | geteilt mit WLAN — in der Praxis selten zuverlässig nutzbar |
| USB | USB 2.0, Gadget-Modi (RNDIS/ECM/HID/MSD …) via Kernel-USB-Gadget |
| UART | TX/RX-Pads auf der Platine — niedriger Pegel (~1.3–1.8 V, kein 3.3 V!) |
| Status-LEDs | rot (Power) · blau (WAN) · grün (WLAN), per /sys/class/leds steuerbar |
| Bootloader | lk2nd / lk1st (modifiziert, unterstützt extlinux.conf ähnlich u-boot); Fastboot bleibt nutzbar |
|---|---|
| Kernel | msm8916-mainline; in vielen Images vorkompilierte postmarketOS-Kernel (6.6+) |
| Betriebssysteme | Debian (Bullseye/Bookworm), Alpine, postmarketOS, OpenWrt (HandsomeMod-Port) |
| Mainline-Lücken | kein Audio-Codec (WCD9306 out-of-tree), keine Kamera (MIPI CSI-2), GPU nur Software |
Quellen u. a.: extrowerk, wvthoog.nl, kinsamanka/OpenStick-Builder (DeepWiki), postmarketOS-Wiki, CNX-Software.
Nur Sticks mit dem MSM8916-SoC funktionieren. Der Board-Aufdruck (Silkscreen) verrät die Variante — Gehäuse lässt sich meist zerstörungsfrei öffnen. Beim Kauf gezielt nach „MSM8916" fragen.
| Modell / Silkscreen | Device-Tree (DTB) | Status |
|---|---|---|
| UZ801 v3.0 | msm8916-yiming-uz801v3.dtb | empfohlen · stabilste Variante |
| UZ801 v3.2 | (uz801v3-Familie) | LTE-Registrierung teils zickig; ohne eSIM-Chip |
| UZ801 v1 / v2.x | (ältere Revisionen) | Modem-Eigenheiten möglich |
| UFI001B / UFI001C | thwc-ufi001c.dtb | unterstützt |
| UF896 | thwc-uf896.dtb | Modem-Firmware teils problematisch |
| MF800 / MF800B-E (mit LCD) | fy-mf800.dtb | unterstützt (Display teils experimentell) |
| SP970 | (sp970) | Modem ggf. nicht verfügbar |
| JZ01-45 | jz01-45-v33.dtb | unterstützt |
Balong / HiSilicon · MediaTek (MTK) · Unisoc ZX297520 (ZTE) · MDM9207 / MDM9215 · Huawei E3372 · ZTE MF927U. Gleiche Bauform, völlig anderer Chip — kein EDL, kein OpenStick. Markengeräte (Huawei, ZTE, Alcatel) nutzen fast nie MSM8916.
Ablauf für die UZ801-v3.0-Klasse, herstellerneutral zusammengefasst. Standard-IP, Benutzername und Default-Passwort unterscheiden sich je nach Image — im Zweifel die Doku des jeweiligen Builds lesen. Vorher immer ein Backup ziehen.
Mit dem WLAN des Sticks verbinden (Zugang steht auf der Rückseite), Admin-Seite öffnen
(oft 192.168.100.1, Login meist admin/admin) und die versteckte Debug-Seite aufrufen.
Bei manchen Modellen liegt das Web-UI auf 192.168.68.1.
# im Browser: http://192.168.100.1/usbdebug.html # danach Stick neu einstecken, prüfen: adb devices
Im Emergency-Download-Mode mit bkerler/edl
ein vollständiges Backup ziehen. Vor allem die modem-Partition (enthält IMEI/Kalibrierung) ist
bei Verlust kaum wiederherstellbar.
adb reboot edl # alle Partitionen einzeln sichern: edl rl backup_uz801 --genxml
Zurück in den ADB-Modus (aus- und wieder einstecken), dann in den Bootloader rebooten und prüfen, ob Fastboot das Gerät erkennt.
adb reboot bootloader fastboot devices
Am bequemsten über das flash.sh-Skript eines fertigen Builds (OpenStick-Releases,
OpenStick-Builder oder wvthoog-Image). Manuell werden Bootloader, Boot-Image und Rootfs per Fastboot geschrieben.
# komfortabel: cd OpenStick/flash/ && ./flash.sh # oder manuell (Auszug — riskant): fastboot flash aboot aboot.mbn fastboot flash boot boot.bin fastboot flash rootfs rootfs.bin
Nach dem Reboot stellt der Stick per USB ein RNDIS-Netzwerk bereit und/oder spannt einen WLAN-Hotspot auf.
Default-User und -Passwort hängen vom Image ab (häufig user / 1).
# über USB-RNDIS (IP je nach Image, z.B.): ssh user@192.168.200.1 # Hotspot-Beispiel: SSID 4G-UFI-XX / PSK 1234567890
Debian nutzt NetworkManager. WLAN per nmcli/nmtui, LTE über das Modem-Profil
mit passender APN.
# WLAN: nmcli dev wifi connect "SSID" password "PASS" # LTE: nmcli connection modify lte gsm.apn internet nmcli connection up lte mmcli -m 0 # Modemstatus prüfen
Vollständige Befehle inkl. USB-Gadget-Tricks: siehe wvthoog.nl und extrowerk.
Die ursprünglichen Debian-Bullseye-Images von HandsomeYingyan inkl. Generic-Base. Startpunkt des Projekts.
Debian-/Alpine-Image-Builder mit postmarketOS-Kernel; Board-Auswahl über die DTB in extlinux.conf.
Dockerfile für reproduzierbare, anpassbare OpenStick-Images — Kernel, Rootfs und Provisioning getrennt.
Alpine-basiertes mobiles Linux; liefert die meistgenutzten Mainline-Kernel für diese Dongles.
Gesammelte Firmware-Dumps und Images, u. a. OpenWrt für UZ801-Varianten.
Firmware-Dump & Restore, Web-UI-Modding, OpenWrt/Debian, Recovery und IMEI-Hinweise.
Falsches Image, ausgesperrt oder Bootloop? Über den Emergency-Download-Mode (EDL) lässt sich fast jeder Stick wiederbeleben — vorausgesetzt, du hast vorher gesichert.
# aus laufendem System / Fastboot: fastboot oem reboot-edl # Reset-Taste 5s halten beim Einstecken # → Fastboot, dann EDL
Anschließend mit edl die gesicherten
Partitionen zurückschreiben.
Reagiert der Bootloader nicht mehr: Gehäuse öffnen, die beiden EDL-Pads auf der Platine beim Einstecken kurzschließen. Ein angelötetes Mini-Taster macht wiederholtes Recovery deutlich angenehmer. Die UART-Pads (RX/TX) zeigen das Boot-Log.
Firmware-Sammlungen für die Wiederherstellung u. a. bei ddscentral, asvdvl/uz801-v3.0_stuff und in den OpenStick-Issues.
Mobiler Hotspot mit eigenem Routing — bei Bedarf VPN/WireGuard, Tailscale läuft stabil.
Über 4G erreichbares Mini-Linux: USB-Gadget-Tricks, Traffic-Sniffing, Tor-Hidden-Service für SSH.
Per USB-Gadget Tastatureingaben injizieren — ferngesteuert übers Netz.
Always-on-Dienste, Monitoring, Bots — winzig, stromsparend, mit eingebautem Mobilfunk.
MAVLink-Relay & Onboard-Logik über LTE/WLAN — Pi-Zero-Alternative mit Modem.
Reverse Engineering, Device-Trees, Mainline-Kernel, USB-Gadget-API — ideal zum Lernen.
Es gibt keine zentrale offizielle Foren-Instanz — die Diskussion verteilt sich auf mehrere lebendige Threads, Issue-Tracker und Kommentarspalten. Die wichtigsten Anlaufstellen:
Hinweis: Community-Discord-Einladungen (z. B. aus dem wvthoog-Blog) wechseln gelegentlich — im Zweifel direkt im Blog/Issue nachfragen.
Dediziertes Videomaterial ist rar — das Projekt lebt vor allem von Text-Tutorials. Diese kuratierten Such-Einstiege führen zuverlässig zu vorhandenen Clips und Teardown-Bildern, ohne auf einzelne (oft verwaiste) Links zu setzen.
modem-Partition nach /lib/firmware kopieren (variantenspezifisch!). APN/PIN prüfen,
ggf. Region-/Band-Problem. Besonders v3.2 macht hier öfter Ärger als v3.0.echo 0 | sudo tee /sys/devices/system/cpu/cpu3/online. Auf einem Kern stabil. Außerdem auf gutes
5-V-Netzteil und ordentliches Kabel achten (Spannungsabfall!).echo host > /sys/.../ci_hdrc.0/role. In neueren Kerneln liegt der Pfad unter
/sys/devices/platform/soc@0/…usb/ci_hdrc.0/role. Y-Kabel mit separater Stromzufuhr verwenden.wireguard-go, oder pragmatisch ZeroTier/Tailscale,
die in der Praxis problemlos liefen.echo -n 0 > /sys/class/leds/red:power/brightness (analog für
blue:wan und green:wlan).